Spende vom Förderverein

Ungläubige Freude in Westhofen

Foto: pa/Ben Pakalski

Siegfried Englert (mit Spendenscheck) überreicht die Spende symbolisch an Schulleiterin Mireille Bürcky (am Scheck rechts). Der Erste Beigeordnete Hans Werner Balz (ganz rechts) freut sich ebenfalls. Die Schüler halten das Foto des Ehepaars Gallenstein.

Von Manfred Janß

SPENDE Förderverein der Otto-Hahn-Schule bekommt aus Nachlass 162 500 Euro

WESTHOFEN - „Als ich die Nachricht gehört habe, war ich erst mal sprachlos. Ich hab mich gefühlt wie im Märchen, denn von so etwas kann man nur träumen“, gab Mireille Bürcky bei der Scheckübergabe unumwunden zu. Was die Leiterin der Otto-Hahn-Schule, vor allem aber den Förderverein und die Schüler so in ungläubige Freude versetzt hat, ist eine private Spende in Höhe von nicht weniger als 162 500 Euro für den Förderverein, die nun offiziell übergeben wurde.

ZUM GEDENKEN

Siegfried Englert hatte ein Foto von Dieter Gallenstein und seiner bereits vor Längerem verstorbenen Frau Ingeborg mitgebracht.

Wie Schulleiterin Mireille Bürcky ankündigte, soll es mit einer kleinen Widmung versehen am Schulsekretariat für jeden sichtbar angebracht werden, damit Schüler und Lehrer – auch kommende Generationen – wissen, woher der Geldsegen für die Schule gekommen war.

Geld aus Hausverkauf

Die höchst ungewöhnliche, enorme Summe stammt aus dem Nachlass von Dieter Gallenstein. Der Westhofener war im April verstorben. Da der Witwer keine unmittelbaren Nachkommen hat, entschloss er sich, den größten Teil seines Vermögens einem gemeinnützigen Zweck zukommen zu lassen. Die Spende stammt aus dem Verkauf seines Hauses in Westhofen.

„Es sollte aber keine überregionale gemeinnützige Organisation sein. Er wollte sein Vermögen nachhaltig einsetzen, in die Zukunft investieren. So kam der Gedanke, es den Schülern der Otto-Hahn-Schule zur Verfügung zu stellen, vor allem jenen, die aus sozial schwachen Familien kommen. Denn die Kinder sind die kommende Generation und damit die Zukunft“, sagte Staatssekretär a. D. Professor Dr. Siegfried Englert. Er und seine Frau waren Dieter Gallensteins Nachbarn, seine Nachlassverwalter und Testamentsvollstrecker. Die Spende sei eine sehr ungewöhnliche Summe, daher sei die Scheckübergabe keineswegs ein trauriger, sondern ein optimistischer Anlass, gab er sich überzeugt, rief aber auch dazu auf, ruhig mal an Dieter Gallensteins Grab auf dem Westhofener Friedhof zu gehen und sich zu bedanken.

Der Förderverein hat sich schon ein paar Gedanken gemacht, wie das Geld sinnvoll verwendet werden kann. „Wir können jetzt jeden Schüler bei den Abschlussfahrten oder den Sprachreisen nach England und Frankreich unterstützen“, erklärte der Vorsitzende Gernot Immesberger. Für Flüchtlingskinder werden außerdem Starterpakete geschnürt. Sie enthalten einen Schulranzen, ein bestücktes Mäppchen, Schreibblöcke sowie Brotdose und Trinkflasche.

„Wir wollen auch ein offenes Klassenzimmer ermöglichen und Spielgeräte für den Pausenhof der Grundschüler“, fügte der Fördervereinsvorsitzende hinzu und forderte die Schüler ausdrücklich dazu auf, Wünsche und Ideen zu sammeln. „Wir sehen dann, was machbar ist und was nicht“, meinte Gernot Immesberger und deutete damit augenzwinkernd an, dass nun keineswegs ein Anlass zum Ausflippen besteht ob des „Reichtums“ – von wegen Klassenfahrt nach New York oder so.

Der Erste Beigeordnete Hans-Werner Balz freute sich als Vertreter des Schulträgers ebenfalls über den Geldsegen. „Das entlastet uns natürlich sehr. Immerhin haben wir durch die Fusion mit Osthofen mit der Seebachschule eine weitere Schule dazubekommen“, erklärte er. Er hoffe auf Nachahmer, die ihren Nachlass ebenfalls einer Schule stiften, was aber keineswegs nur für die Otto-Hahn-Schule gelte.

„Diese Spende verdient allerhöchste Anerkennung und Dank. Wir können nun in ganz anderen Dimensionen planen als bisher. Allerdings ist das Erbe für uns auch Verpflichtung. Es wird daher ganz bestimmt keine Schnellschüsse geben bei der Verwendung, denn es geht schließlich darum, den Kindern bei uns bestmögliche Bildung zu ermöglichen“, hob die Schulleiterin hervor. Ein größeres Projekt hat sie allerdings auch schon im Auge. „Man könnte mal an eine neue Schulturnhalle denken“, meinte sie in Richtung Hans-Werner Balz. „Wir denken schon“, gab er zu verstehen.

03.12.15

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